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Chris Cacavas in Waldbronn, September 2003 |
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Der Spieltrieb im WohnzimmerChris Cacavas beim "Heimspiel" im Waldbronner KulturtreffHereinspaziert ins Wohnzimmer eines Sängers und Songwriters. Bei seinem "Heimspiel" im Reichenbacher Kulturtreff, einer Veranstaltung der Kulturwoche, gibt der kalifornische Wahl-Waldbronner Chris Cacavas Einblick in seine "gute Stube". Etwa 70 Zuhörer blicken auf eine in heimeliges Rot getauchte Bühne mit einem Teppich, einer Stehlampe und einem braunen Ledersessel. Ein Spielzeugkoffer steht am Rand. Cacavas Sohn Dylan tobt mit seinem Freund Lukas zwischen den Instrumenten. Der 42-Jährige bemerkt es kaum zu einem Wohnzimmer gehört das dazu. In sich versunken erzählt Cacavas von Erdbeben ("California Into The Ocean"), von Gewichten um seinen Hals über einem bleihaltigen Körper ("Belly Full Of Bullets") und von der Wahrheit, die keiner findet ("Truth"). Ruhige, teils zerbrechliche Lieder über das leichte Leben, das unweigerlich zum Tod führt ("e-z Living"). Zur akustischen Gitarre, dem elektrischen Piano, selten zur elektrischen Gitarre. Die Wüste im Wohnzimmer. "Hello", sagt er plötzlich, als hätte er vergessen, dass er Gäste hat. Cacavas gibt einen Überblick über seine Solo-Karriere. In den frühen 80er-Jahren hatte er in Kalifornien mit seinen legendären "Dream Syndicate" Maßstäbe gesetzt und eine ganze Generation von Musikern beeinflusst. Später bediente er die Tasten bei so einflussreichen Bands wie "Green On Red" oder "Giant Sand". All das spielte in Waldbronn keine Rolle: Cacavas scheint mit seinen Gästen über dies und das zu plaudern. Eben so, wie man es mit Gästen im eigenen Wohnzimmer zu tun pflegt. Redegewandt und witzig ("I like Rock & Roll") Small Talk. Erst später zeigt er den Waldbronnern seine Schatzkiste. Er beugt sich zu seinen Effektgeräten, schraubt an den Knöpfen und erzeugt die absonderlichsten Geräusche. Zwischendrin ein Kinderlied für Dylan, dann wie der konzentriertes Erzählen. Nachdem es besonders wild wird, sagt er schmunzelnd: "Jetzt wisst ihr, was meine arme Frau alles ertragen muss." Und fast entschuldigend: "Ich bin wie ein Kind im Kindergarten. Ich habe alle meine Sachen dabei und bastle etwas." Der 42-Jährige stellte beim "Heimspiel" auch eine Hand voll neue Stücke vor. Eins davon hat er erst kürzlich mit "Calexico" beim Karlsruher Zeltival gespielt. Bei "Awol" von der neuen Platte "Bumbling Home From The Star" lieferte er die ganz entspannte Waldbronn-Wohnzimmer-Version. Dylan und Lukas klopfen derweil auf der Klavierstuhl Trommel. "Baby, I've seen better days", singt Cacavas an einer Stelle. Kommerziell mag das richtig sein aber niemals war er besser. Zumal im eigenen Wohnzimmer. Peter J. Funk, Badische Neueste Nachrichten, 05. September 2003 |
Established 1996; last update: 15 September 2003